Testgütekriterien
Um die Ergebnisse sportmotorischer Tests auch als abgesichert und wissenschaftlich anerkannt akzeptieren zu können, müssen drei Hauptkriterien (Testgütekriterien) erfüllt werden, nämlich die Objektivität, die Reliabilität (Zuverlässigkeit) und die Validität (Gültigkeit).
Objektivität
Ergebnisse eines Tests sollen von der jeweiligen Testleiterin bzw. vom jeweiligen Testleiter unabhängig sein. Dies nennt man Objektivität eines Tests. Objektivität muss nicht nur für die Testdurchführung, sondern auch für die Auswertung und die Interpretation der Ergebnisse gewährleistet sein. Zur Wahrung der Objektivität ist zudem die Gewährleistung gleicher Ausgangsbedingungen (Standardbedingungen) notwendig. Hierzu zählt man z.B. das Verwenden gleicher Testgeräte, das Einhalten gleicher Ausgangspositionen oder die regelgerechte Ausführung von Testaufgaben.
Reliabilität
Ein weiteres Kriterium für die wissenschaftliche Brauchbarkeit eines Tests ist die Genauigkeit, mit der man durch das Verfahren ein Merkmal erfassen kann. Dabei meint man nicht, dass man z.B. Zeitmessungen auf die Tausendstelsekunde genau durchführen muss, sondern, dass eine Testperson bei mehrmaliger Testdurchführung, annähernd gleiche Testwerte liefert. In diesem Zusammenhang ist wichtig zu beachten, dass Testaufgaben die durch Übung oder mehrmaliges Wiederholen "erlernbar" sind, vor "dem" gültigen Testversuch nicht zu oft probiert werden. In den meisten Fällen, werden hier in der Testbeschreibung genaue Anweisungen gegeben, wie viele Übungsversuche die Probandin / der Proband vor dem gemessenen Versuch durchführen kann.
Validität
Von großer Bedeutung ist die Gültigkeit (Validität) eines Tests. Sie drückt aus, ob der Test auch wirklich das misst, was er zu messen angibt. Wenn es also um die Erfassung sportmotorischer Fähigkeiten geht, muss geklärt werden, welche Teilbereiche die einzelnen Tests abdecken sollen und wie gut sie dies können, also ob und in welchem Ausmaß eine bestimmte Testaufgabe für das zu prüfende Merkmal repräsentativ ist.