Muskelfunktionstests
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Zur Verkürzung neigende Muskulatur Zur Abschwächung neigende Muskulatur
Hüftbeuger Großer Gesäßmuskel
Oberschenkelbeugemuskulatur Rückenstrecker der Wirbelsäule
Großer Brustmuskel Gerader Bauchmuskel
Gerader Oberschenkelstrecker Schulterblattfixatoren

Durch eine einfache Untersuchung mittels Muskelfunktionstest ist es möglich, Muskelungleichgewichte frühzeitig zu erkennen und diesen durch präventive Maßnahmen in der Schule und in der Freizeit entgegen zu wirken.

Die von Klug & Fit benutzten Tests gehen auf ein Testverfahren nach Janda zurück. Prinzipiell wird zwischen primär zur Abschwächung neigender und primär zur Verkürzung neigender Muskulatur unterschieden. Muskelfunktionstests sind zwar nie zu 100% objektiv, aber wenn gewisse Richtlinien eingehalten und sie von einer bzw. einem gut ausgebildeten Testerin bzw. Tester durchführt werden, gut reproduzierbar.

Hilfreiche Richtlinien für derartige Tests:
- Standardisierte Ausgangsposition
- Ausreichende Fixierung, um Ausgleichsbewegungen zu vermeiden
- Vermeidung der Mithilfe anderer Muskelgruppen
- Exakte Bewegungsausführung
- Bewertung nach einem einheitlichen Schema
- Möglichst immer die gleiche Testerin bzw der gleiche Tester

Hilfreiche Hinweise und Fehlerquellen für eine korrekte Testdurchführung. Häufige Fehlerquellen:
- Falsche Ausgangsstellung
- Ungenügende Fixierung, wodurch Ausweichbewegungen möglich sind
- Beeinflussung des Testergebnisses durch Mehrfachwiederholung
- Zulassen der Mithilfe anderer Muskelgruppen
- Wechselnde Testbedingungen (Raumtemperatur, Untersucher, etc. )

Allgemeine Hinweise:
- Beide Seiten testen.
- Bei Schmerz den Test sofort abbrechen bzw. gar nicht durchführen
- Testerin bzw. Tester sollte dem Geschlecht der Schülerin bzw. des Schülers entsprechen.

Das im Rahmen von Klug & Fit verwendete Schema prüft den Hüftbeuger (M. iliopsoas), die Oberschenkelbeuger (Mm. ischiocrurales), den großen Brustmuskel (M. pectoralis maior) und den geraden Oberschenkelstrecker (M. rectus femoris) auf ihre Dehnfähigkeit, den großen Gesäßmuskel (M. glutaeus maximus), die Bauchmuskulatur (M. rectus abdominis), die Schulterblattfixatoren (Mm. rhomboidei et serratus) und die Rückenstrecker der Brustwirbelsäule (M. erector trunci) auf Abschwächungen.

Die umfassende Muskelfunktionstestung (Durchführung sämtlicher acht Muskelfunktionstests) könnte beispielsweise im Rahmen eines fächerverbindenden Unterrichts mit Biologie die Verknüpfung zwischen Theorie und Praxis verbessern. Werden die Muskelfunktionstests nur im Bewegungs- und Sportunterricht durchgeführt, wird empfohlen, sich auf folgende vier Muskelfunktionstests zu beschränken: Überprüfung des Hüftbeugers und des Oberschenkelstreckers auf deren Dehnfähigkeit sowie der Bauchmuskulatur und des Rückenstreckers der Brustwirbelsäule auf deren Abschwächung.

Die Dehnbarkeit eines Muskels wird durch die Beweglichkeit in dem durch den Muskel bewegten Gelenk beurteilt. Diese wird wie folgt skaliert: 3 = stark verkürzt (vermindert dehnbar), 4 = mittel, 5 = nicht verkürzt (gut dehnbar).

Die Abschwächung wird so getestet, dass die Schülerin bzw. der Schüler den zu testenden Körperteil gegen die Schwerkraft bzw. gegen einen submaximalen Widerstand bewegen muss. Die Angaben der Widerstandsgrößen beziehen sich auf das Leistungsniveau der Schülerin bzw. des Schülers und nicht auf die Kraftfähigkeit der Testerin oder des Testers. Auch hier wird wie folgt skaliert: 3 = stark abgeschwächt, 4 = mittel, 5 = nicht abgeschwächt.